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Archive for Juni, 2008

Analoger Vorläufer des Web

Über einen Artikel in der New York Times bin ich darauf aufmerksam geworden, dass im Belgischen Mons (nur 3 Autostunden von Saarbrücken entfernt) ein für InformationswissenschaftlerInnen interessantes Museum darauf wartet erkunded zu werden. Den Ursrung des Museums bildet die Vision Paul Otlets (am ende des 19. Jarhunderts) das komplette Wissen der Menschheit für alle von zu Hause aus zugänglich zu machen. Die Umsetzung erfolgte mit Hilfe eines rießigen Archievs, dass Mundaneum, dessen Inhalte über zahllose Karteikarten vernetzt und zugänglich gemacht wurde. Anfragen aus aller Welt wurden per Telegraph empfangen und mit Hilfe des Mundaneum recherchiert. Aus diesem Grund wird das Mundaneum auch manchmal als die erste, wenn auch analoge, Suchmaschine beschrieben.

Nochmal das Thema: Macht Google blöd?

Noch ein Beitrag dazu, wie das Web (möglicherweise) unser Denken verändert. (Über die Veränderung des Lesens und Lernens gab es in diesem Blog schon einen Beitrag am 5.3.2007.) Is Google Making Us Stupid? What the Internet is doing to our brains Autor: Nicholas Carr Quelle: http://www.theatlantic.com/doc/200807/google. July/August 2008 Atlantic Monthly (weitere Kommentare in Carrs Weblog: http://www.roughtype.com/) Kubrick’s „2001 – A Space Odyssey“ ist Ausgangspunkt für eine Beschreibung der google-Welt, in der wir heute leben:

“Dave, my mind is going,” HAL says, forlornly. “I can feel it. I can feel it.” So spricht HAL, der Supercomputer (anzuhören unter : http://www.palantir.net/2001/tma1/wav/feelit.wav), während der Astronaut Dave einen Schaltkreis nach dem anderen abschaltet . Der Computer erscheint menschlich, und der Mensch handelt wie ein Roboter.

Carrs Annahme ist, dass das Web nicht nur verändert, wie wir lesen, sondern auch, wie wir denken. Er führt eine lange Reihe (bekannter) Argumente an, die zeigen sollen, wie neue Medien das Denken verändert haben (insgesamt eine sehr interessante Aufzählung, die sicher den einen oder anderen neuen Aspekt aufzeigt),

– angefangen bei Sokrates, der befürchtete, dass das Schreiben dazu führen könnte, dass die Menschen in ihren Köpfen überhaupt kein Wissen mehr speichern würden, über

– die Erfindung der mechanischen Uhr, die hinfort das Denken und Handeln der Menschen bestimmte, über

– Gutenbergs Druckerpresse, die zu intellektueller Faulheit führen würde, über

– Nietzsches neue Schreibmaschine, die seinen Schreibstil vollkommen veränderte, von Texten zu Aphorismen, von Argumentationsketten zum Telegrammstil, über

– die Stoppuhr von Frederick Winslow Taylor, der die Arbeitseffizienz und damit den Taylorismus begründete, zu

– Google, dessen Macher behaupten, uns allen würde es viel besser gehen, wenn man alle Informationen der Welt direkt mit unserem Gehirn verdrahten könnte (wobei, wenn man drüber nachdenkt, die Szene im Raumschiff plötzlich eine ganz neue, unheimliche Dimension erhält).

Dieser Blogartikel ist ja auch ein Beispiel dafür, wie durch das Web Argumentationen verkürzt werden, weil die Aufmerksamkeit für längeres Lesen nicht mehr ausreicht, oder? Wer dieses Argument Lügen strafen will, kann ja mal Carrs Artikel am Stück lesen (siehe oben), ohne sich durch Hyperlinks ablenken zu lassen.

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ViBI mit UnAPI-Unterstützung

Die Web-Schnittstelle zur Datenbank der Institutsbibliothek der Fachrichtung Informationswissenschaft (ViBI) wurde einer kleinen Überarbeitung unterzogen. Fundamentale Änderungen gab es keine, vielmehr wurden zahlreiche Detailkorrekturen vorgenommen und das Layout etwas umgestaltet. Zudem wurden einige neue Export-Formate hinzugefügt, so „spricht“ ViBI nun auch UnAPI. ViBI unterstützt aber auch HTTP-Header-basierte Content-Negotiation, vor allem zur Unterstützung von RDF-Clients. Auch der COinS– und BibTeX-Support wurde etwas verfeinert. Per Default wählt das Firefox-Plugin Zotero wohl nun die UnAPI/MODS-Schnittstelle von ViBI (statt zuvor COinS). Um die weitergehende Literatur-Recherche in anderen OPACs und sonstigen Datenbanken zu erleichtern, wurde wie in der alten ViBI-Version großen Wert auf Links zu externen Webangeboten gelegt (u.a. nun auch zur Schlagwort-/Autor-/Titel-Suche in der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek (SULB)). ViBI nutzt zudem den SeeAlso-Service des GBV zur Ergänzung um Wikipedia- und Librarything-Links (Beispiel). Auch die URL/URI-Struktur wurde soweit technisch möglich in Anlehnung an „Cool URIs for the Semantic Web“ überarbeitet. Es stehen noch zahlreiche weitere Ergänzungen auf der ToDo-Liste für ViBI, unter anderem ist auch eine engere Integration in unser Lehre-Informationssystem ViLI geplant. Zudem existieren im Web mittlerweile zahlreiche APIs (insbesondere OpenLibrary sowie Freebase), die nur darauf warten, „angezapft“ zu werden… 😉